Sonntag, April 1

I wish you were here by me ..
Ich muss dauernd an ihn denken. Er geht mir nicht aus dem Kopf. Jedesmal. Jeder Gedanke ist voll von ihm. Denkt er auch mal an mich? Die Tage ohne ihn sind unerträglich. Ich muss ihn wenigstens sehen, auch wenn nur kurz. Ich vermisse ihn so. Ich vermisse ihn selbst dann, wenn ich ihn sehe. Muss es mir vielleicht erst so scheiße gehen, dass ich weine und er es sieht? Mich vielleicht in den Arm nimmt? Warum musste ich mich ausgerechnet in ihn verlieben? Warum? Vor 3 Monaten hätte ich nicht gedacht, dass ich mich nochmal richtig verlieben würde. Wenn ich mich verliebe, dann richtig. Ich überlege, ob ich ihn Sonntag Abend vielleicht versuche anzurufen. Nur anklingeln. Und das ich ihm am nächsten Tag dann sage, dass es mir schlecht ging und ich jemanden zum Reden gesucht habe. Das wäre keine Lüge. Denn mir gehts wirklich schlecht und ich brauche jetzt mal jemanden zum Reden. Ich fasse es nicht, dass ich das mal sage. Aber momentan ist es so schlimm mit mir, dass ich wirklich alles erzählen mag. Egal wer. Aber wen kann ich um diese Uhrzeit schon noch anrufen oder ansimsen? Bin ich ihm wichtig? Gefühle sind scheiße. Ich hätte mich nie drauf einlassen sollen, denn jetzt komm ich nicht mehr von los. Ich hasse Gefühle. Ich hasse Liebe. Ich hasse Beziehungen. Voll von Drama. Ich hasse mich, ich hasse ihn, ich hasse alle. 

Ich hasse Vertrauen, ich hasse Eifersucht, ich hasse Stress. Ich hasse Essen, ich hasse meine Kotzerei nach jedem Essen, ich hasse das ich nicht so bin, wie sich es sich alle wünschen, wie ich es mir wünsche. Ich hasse meine Hässlichkeit, ich hasse meine schwabbligen Oberschenkel, ich hasse meine Suizidgedanken, ich hasse es, dass es mir peinlich ist. Ich hasse meinen Vater, ich hasse meine Mutter. Ich hasse meine Freunde, die sich ein Scheiß für mich interessieren. Ich hasse meine minderwertigen & erbärmlichen Probleme. Ich hasse es zu atmen. Hier zu sein. Ich hasse Selbstmitleid. Ich hasse, das ich darin versinke. Ich will Reden. Einmal bin ich wirklich bereit dazu. Ich hasse es, dass niemand dazu da ist. Ich hasse es, das ich nicht schlafen kann. Ich hasse es, nachtaktiv zu sein. Ich hasse mich, mich, mich, mich... dreckiges Stück! Und ich hasse es.... das ich ihn nicht hassen kann. Ich hasse es, schwach zu werden. Soviel Hass! Liebe ist Hass. Und ich hasse beides. Whatever.Ich hasse mein ganzes Leben! 
Ich hab mich die letzten Tage verändert. Verliere ich jetzt ganz die Kontrolle ?


Ich hasse das Gefühl, zu vermissen. Explosionsartige Sehnsucht zu spüren. Die niemals endet, sondern immer weiter wächst. Ich hasse das ich all meine Liebe, wenn ich es überhaupt wage, in etwas hineinstopfe, dessen Bedeutung eigentlich sinnlos ist. Ich hasse das ich überhaupt noch jegliche Art der Gefühle empfinde. Ich will rein gar nichts fühlen. Ich will nicht den Drang zum Schneiden fühlen. Ich will nicht den Drang zur schlechten Laune 24 Std. jeden Tag fühlen. Ich will nicht diesen Geschmack des Schmerzens, dieser Enttäuschungen, mitten in die schwach erhellte Hoffnung hinein, schmecken. Ich will nicht mehr unsichtbar sein, ich will strahlen, von innen herraus, als sei nie etwas gewesen. Ich will die Hoffnung loslassen, dass ich jemals wieder mit einem Menschen Liebe teilen kann und nicht nur Leidenschaft. Ich möchte, dass mich die Depressionen mit ihren Krallen loslassen und für eine Weile in stillem Frieden lassen. Ich möchte endlich das Blut von meinen Händen loswerden, dass mich selbst in meinen Träumen hineinverfolgt.

  
Ich hasse, ich will, ich möchte, - was?
 



Alkohol lässt bekanntlich etwas des schmerzens Gefühle dämpfen. Genau das werde ich tun. Für eine Weile mich an alte Zeiten klammern, dessen Hauch heute auf meinem Bett sitzen wird. Mich ranklammern, etwas kichern, mich erinnern, zurücklegen, schweben. Das Mädchen spielen was jeder sehen will. Mich so zu bewegen wie es kleine Roboter tun. In Trance. 
Nicht fähig zu leben & nicht fähig zu sterben. So sei es.