Freitag, März 30

Ihr seid alles Lügner, schaut mich an, ich bin nicht stark, ich werde nie stark genug sein.

Ich bin eine Versagerin. Als ich eben auf meinem Bett saß und drüber nachdachte, dass ich am Donnerstag wieder zu einem Thema gebracht werde, vor dem ich lieber fliehen würde, brachen meine Wände irgendwie zusammen. Ich sah mich im Spiegel an, mein Blick verschwamm, und ich sprach zu meinem Spiegelbild; "Du wirst niemals stark genug sein. Du wirst immer schwach bleiben. Du bist nichts weiter. Unbedeutend, ein Stück Dreck. Du gehörst bestraft. Du bist und bleibst eben eine verdammte Mörderin. Du warst nich stark genug, dich zu wehren. Du bist eingeknickt. Hast den Kampf verloren. Du bist nichts." Ich sagte es. Immer wieder. Weiter. Bis es noch weiter tief in mein Innerstes sackte. Ich zog mein Shirt aus, strich über meinen Körper, der nicht mehr mir gehört und beschloss Donnerstag & Freitag zu hungern. Als Strafe. Zur Konsequenz. Ich werde niemals stark genug sein, um dem Zwang, mich zu zerstören, zu entkommen. Ich werde niemals stark genug sein, etwas zu ändern. Wie sagte mein Vater damals? Achja, ich gehöre nicht hierher. Ich soll am besten verrecken. Womöglich hatte er damit Recht. Was mich zu den Kommentaren bringt: Ich bin nicht stark genug für eine Therapie. Ich schaffe es nicht mich loszureißen. Ich.... bin so dumm & dämlich und glaube daran, dass es meine Bestimmung ist, mich zu hassen. Beschimpft mich, verachtet ich, spuckt mich an, hasst mich, vielleicht ist es das, was ich brauch. Bestätigung. Kann man das Einzige loslassen, was einen noch am Leben hält? Sollte man es loslassen? Das Einzige was mich noch am Leben hält, ist die Selbstzerstörung. Bis zum tiefen Abgrund, wenn ich bereit bin. 
Ich hasse es. Ich hasse mich dafür, dass ich so denke, so glaube, so hoffe. 


Leben ist wie Scherben essen und sich wundern,
dass man Blut spuckt. -