"Ich bin tot.Ich bin innerlich tot und zerbrochen.Ich bin eine leere Hülle, in mir ist nichts ,
nur dunkelheit. Das Monster in mir beherrscht mich, lässt mich Dinge tun, die ich nicht tun will.Alles was ich in mir vergraben habe, versucht sich immer wieder nach oben zu drängen.Ich bin tot, nicht existent." Sage ich zu meiner Psychologin, nachdem sie mich gefragt hat, wie es mir ginge.Sie geht nicht näher darauf ein, sieht mich nur direkt an.
"Willst du heute mit mir über die Vergewaltigung sprechen oder nicht?"
So direkt war sie noch nie, durfte sie das überhaupt? Durfte sie so etwas sagen? Sie hatte doch überhaupt kein Recht dazu.Ich schüttel nur den Kopf und kralle mir heimlich in den Arm. Nein, ich werde jetzt nicht weinen.Ich werde das begrabene nicht hinauf lassen.Ich werde nicht zulassen das, dass Monster die Kontrolle übernimmt.Nicht schon wieder.
Ich versuch gut damit umzugehen.Wirklich.Ich streng mich an, lache mit wenn jemand einen Witz macht, höre sogar zu wenn jemand redet doch immer ist so ein Rauschen in meinem Kopf, die Bilder kommen wann sie wollen und die Schmerzen in mir sind immer da.Ich kann das alles nicht vergessen und was würde es bringen wenn ich es jemand erzählen würde? Nichts rein gar nichts würde es bringen.Ich bin kaputt gegangen und jetzt ist es zu spät mich wieder in Ordnung zu bringen.
"Ich habe dich noch nie weinen sehen"
"Ich weine nicht"
Das Monster in mir verfolgt mich, fängt mich.Macht sich einen Spaß daraus dann zu kommen wenn es Lust dazu hat.Wieso sollte ich mit jemanden darüber reden? Damit sie mich für verrückt halten? Damit sie wieder denken können ich möchte nur Aufmerksamkeit? Nein danke, darauf kann ich gut verzichten. Es würde sowieso niemand verstehen.Ich kann es selbst nicht einmal erklären.Ich weiß nur, das irgendetwas Dunkles in mir ist, irgendein Ding das mich kaputt machen will.
Ich versuche es auszukotzen, es 'herauszuschneiden' eben alle Arten von Gewalt benutze ich dafür.Bringen tut es nichts doch ich habe mich so daran gewöhnt das ich nicht mehr aufhören kann.Äußerliches lässt Innerliches für eine Weile vergessen.Dann kann ich wieder atmen.
Das Monster bleibt.
Man kann es nicht mehr leugnen, wenn die Narben ersteinmal da sind.Was soll man sagen wenn jemand einen darauf anspricht?
"Was ist das?"
"Ich bin,hingefallen" Ich sehe es in ihren Gesichtern wie sie mir es abnehmen, sie sind ja so naiv.Die Lügen gehen mir inzwischen so leicht über die Lippen; "Wie geht es dir?" "Gut". Jedes mal wenn mich jemand dort berührt, wo die frischen oder alten Narben sind,versuche ich nicht aufzuschreien, aus Angst jemand könnte es sehen.Doch ein kleiner Teil in mir hofft inständig das endlich irgendjemand etwas sagt, irgendetwas das hilft.Doch es gibt keine Hilfe, nicht für dich.Du bist es nicht wert. Ja ich bin es nicht wert, es interessiert niemand, und um ehrlich zu sein mich selbst schon lange nicht mehr.Alles macht keinen Sinn mehr, nichts macht mehr Sinn.Doch imgrunde macht dies auch überhaupt kein Sinn,darüber nachzudenken da ich sowieso schon lange aufgegeben habe.
